Diäten im Vergleich- von Sinn und Unsinn

Immer mehr Menschen in den Industrieländern sind übergewichtig, so lautet die allseits bekannte Erkenntnis. Das Überangebot an Nahrungsmitteln aller Art sorgt dafür, dass wir essen, wann immer wir wollen, so viel wir wollen und leider auch was wir wollen. Dazu kommt, dass wir uns immer weniger bewegen müssen. Unser Übergewicht wundert also niemanden, und umso selbstverständlicher ist es, sich Jahr für Jahr an neuen erfolgversprechenden Diäten zu probieren. Doch wie viel Sinn machen Diäten überhaupt? Versetzen sie den Körper nicht irgendwie alle in einen Hungerzustand, von dem wir doch wissen, dass darauf unweigerlich der Jojo-Effekt folgt? Zwei skurrile Diäten hier einmal im Vergleich:

Die Blutgruppendiät

Es war bereits 1994 Peter D’adamo, der mit seinem Buch über die Blutgruppendiät weltweit zu großem Ruhm kam. Seine Theorie besagt, dass wir je nach unserer Blutgruppe leben und essen sollten, ganz wie es zur Lebensweise unserer ursprünglichen Blutgruppenvorfahren passte. So sollen steinzeitliche Jäger sämtlich die Blutgruppe Null gehabt haben, was für uns heute bedeutet, Träger derselben Blutgruppe sollten Milchprodukte und Weizen meiden, sich vielmehr von Fleisch sowie Obst und Gemüse ernähren. Sesshaft gewordene Völker, die vom Anbau von Gemüse und Getreide lebten, hätten die Blutgruppe A aufgewiesen. Die Blutgruppe B stamme von mongolischen Nomaden, die sich wiederum hauptsächlich vom Fleisch und der Milch ihres Viehs ernährten. Blutgruppe AB sei durch die genetische Vermischung beider Blutgruppen A und B entstanden.

Doch diese Diät entbehrt Forschern zufolge jeglicher Validität. Historisch nicht belegbar sind auch die empfohlenen Ernährungsweisen des Buches kaum nachkochbar, geschweige denn für Mitesser anderer Blutgruppen geeignet, was innerhalb eines Haushalts schon mal vorkommt. Auch ist nicht belegbar, dass die jeweils nicht empfohlenen Lebensmittel im Blut Schaden anrichten würden, und abgenommen sowie seine Gesundheit optimiert hat ebenfalls noch niemand, weil er sich an D’adamos Diät probiert hätte.

 

Die Ketogene Diät

Die Ketogene Diät ist mit Abstand die Diät, von der Ernährungsexperten am meisten abraten. Man könnte meinen, sie ähnelt der Lowcarb-Diät, doch sie ist noch radikaler. Kohlenhydrate sollen demnach möglichst komplett gemieden werden, also jegliches Brot, Kartoffeln, Nudeln und so weiter. Die Energiezufuhr liefern also ausschließlich fetthaltige Lebensmittel, quasi Fleisch. Durch diese Diät werden die Nieren und die Leber enorm belastet, und das kann sogar recht schnell zu einem Kollaps eines der Organe führen, und auch wenn sich schnell ein Erfolg einstellt, folgt diesem unausweichlich ein heftiger Jojoeffekt, sobald man wieder ansatzweise normal isst. Gerade Menschen mit Leber- oder Nierenproblemen, aber auch andere Menschen wie Schwangere (die generell nicht ohne ärztlichen Rat eine drastische Ernährungsumstellung versuchen sollten) sind nicht für diese Form der Diät geeignet, sie kann sogar gefährlich werden. Generell ist jede Diät mit gesunder Skepsis zu betrachten. Einseitige Ernährung kann dem Körper nicht guttun, und eine Diät auf Zeit oder für den schnellen Verlust von Gewicht sowieso nicht. Worin sich alle Experten einig waren, ist, dass Weißmehl, Fett und Zucker möglichst in sehr geringen Maßen zu verzehren sind, Milchprodukte sowie pflanzliche Ballaststoffe von Hülsenfrüchten sind in deutlich größeren Mengen erlaubt, ansonsten ist Ausgewogenheit das Wichtigste. Wer sich allein daran hält, nicht ständig über den Hunger hinaus isst und sich regelmäßig bewegt, der macht schon mal jede Menge richtig, um lange gesund und halbwegs fit zu leben.

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